Griesalp Sonntag 25. Oktober bis Mittwoch, 28. Oktober
mit Burkhard Maria Zimmermann - bmzimmermann.com
Die renommierten Coaches Hardy Lech und Lorenz Ruckstuhl bieten im Oktober 2026 in den Schweizer Alpen ein Retreat für Männer in Führungspositionen an: Im Gespräch mit dem Journalisten Burkhard Maria Zimmermann erklären sie, wie die Idee für das Retreat „Von oben sehen wir weiter“ entstanden ist, wie Bewegung uns produktiver macht – und warum wir in der Natur anders denken und fühlen.
Lieber Hardy, lieber Lorenz, das Retreat „Von oben sehen wir weiter“ ist Euer erstes gemeinsames Projekt: Woher kennt Ihr Euch?
Hardy Wir haben uns vor einem Jahr auf einem Workshop am Anna Gamma Institut Zen and Leadership in Luzern kennengelernt. Die Veranstaltung fand im Eigenthal statt, einer wunderschönen Hochebene oberhalb des Vierwaldstättersees.
Lorenz Dabei haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was es im Kontext moderner Führung bedeutet, ein Mann zu sein, und wir haben gemerkt, dass wir dieselbe Sprache sprechen. Gleichzeitig haben wir beide gespürt, dass uns die Natur unglaublich gutgetan hat.
Wie wurde daraus die Idee, gemeinsam ein Retreat für Männer zu entwickeln?
Hardy Wir arbeiten beide mit Führungskräften, und in unseren Gesprächen während des Workshops entstand der Wunsch, gemeinsam etwas zu bewegen. Das war die Grundlage unserer Zusammenarbeit.
In eurer Arbeit als Coaches arbeitet Ihr seit Jahrzehnten mit Männern, die unter Druck stehen oder in Sinnkrisen stecken. Was wird bei eurem Retreat zutage treten?
Lorenz In In der Altersphase ab 50 treten grundlegende Fragen auf: Was kommt noch im Leben? Wozu bin ich auf dieser Welt? Was ist meine eigentliche Aufgabe? Gesundheitliche Veränderungen führen zu körperlichen Einschränkungen, von manchen Menschen hat man sich vielleicht schon verabschieden müssen. Wir bieten den Raum, um diese Erfahrungen zu besprechen und zu verarbeiten.
Hardy Ein Element, mit dem wir arbeiten, wird unser Lagerfeuer sein. Gemeinsam am offenen Feuer zu sitzen, ist ein sehr ursprüngliches Erlebnis. Wenn es dunkel wird, fällt von vielen Menschen eine Last ab. Man wird nicht mehr angestrahlt wie in einem sterilen Konferenzraum. Ich nutze dieses Phänomen im Coaching ganz bewusst: Im schwindenden Licht werden Menschen sehr ehrlich. Sie sprechen Dinge an, die sie in der Helligkeit des Tages niemals über die Lippen gebracht hätten. Die Dunkelheit vermittelt eine Sicherheit: Ich werde gehört, aber niemand sieht jede Regung in meinem Gesicht. Das ermöglicht Begegnungen auf einer viel tieferen Ebene.
" Wir bieten Einzelreflexionen an, sogenannte Solo Walks, bei denen die Teilnehmer allein in der Natur unterwegs sind, um sich selbst zu spüren."
Was ist das Besondere an einer Gruppe, die nur aus Männern besteht?
Lorenz Wenn Männer unter sich sind, entsteht eine andere Atmosphäre als in gemischten Runden – es entfallen eher anstrengende Verhaltensweisen wie das Imponieren gegenüber Frauen. Wir Männer könnten voneinander lernen und einander viel geben. Doch im Alltag passiert das so selten. Warum? Weil Männer es im geschäftlichen Umfeld fast nie schaffen, einen psychologisch sicheren Raum einzurichten. Da herrscht eine Stimmung aus Konkurrenz, Statusdenken und der Angst, Schwäche zu zeigen. Auf unserem Retreat nehmen wir diesen Druck komplett weg.
Dafür kämen viele Orte in Frage – warum macht Ihr das in den Schweizer Alpen?
Hardy Ich bin seit zwanzig Jahren als Bergläufer viel in den Schweizer Alpen unterwegs. Als wir uns auf dem Workshop in Luzern kennengelernt haben, da haben wir die Energie der Berge gespürt. Uns war sehr früh klar: Wenn wir einen Raum für Männer öffnen, dann genau dort.
Lorenz Mein Traumberuf als junger Mann war Bergführer. In gewisser Weise schließt sich für mich hier ein Kreis: Wir besteigen da oben zwar keine schneebedeckten Viertausender und führen auch niemanden über gefährliche Klettersteige. Aber wir bieten fordernde Wanderungen an – und anspruchsvolle innere Begehungen.
Was macht die Griesalp im Kiental so besonders für Euer Retreat?
Lorenz Es gibt dort oben nur wenig Tourismus. Wer dort hin will, muss eine steile, enge Straße hinauf – teilweise kann man nur zu festen Zeiten in eine Richtung fahren, weil zwei Autos gar nicht aneinander vorbeipassen. Wenn Du dort oben ankommst, bist Du weg von der Welt. Das Seminarhotel ist sehr charmant, unser Seminarraum hat einen rustikalen Boden aus Holzschnitzeln, neben dem Fenster rauscht ein Bach vorbei. Die Griesalp liegt auf rund 1400 Metern auf einer Hochebene, die im hinteren Bereich von einer tiefen Schlucht durchschnitten wird. Die Alp bildet das Tor zu den Hochalpen: Unten ist die Landschaft noch sanft bewaldet, aber sobald man hinaufsteigt, kommt man auf weite Wiesen und hat eine unendlich scheinende Sicht. Am ersten Tag werden wir das Retreat unterhalb der Griesalp beginnen, wo spektakuläre Wasserfälle in die Tiefe brausen. Die Teilnehmer lernen sich dann direkt bei einer körperlichen Aktivität kennen.
Wie fit müssen die Teilnehmer sein?
Hardy Wir passen uns an die Gruppe an. Wer nicht ganz so gut in Form ist oder sich im Gelände unsicher fühlt, muss keine Angst haben: Es gibt dort hervorragend ausgebaute, flache Waldwege. Es reicht völlig aus, wenn die Teilnehmer in der Lage sind, zwei bis drei Stunden am Stück zu gehen – und das in einem absolut gemütlichen Tempo mit ausgiebigen Pausen.
Lorenz Wichtig ist uns, dass die Männer die Gelegenheit bekommen, sich wieder zu spüren. Falls in der Gruppe die Bedürfnisse auseinandergehen, nutzen wir den Vorteil unserer Doppelspitze: Wenn sich ein Teilnehmer auspowern will, rennt Hardy mit ihm den Berg hinauf – ich mache in der Zwischenzeit mit den anderen eine entspannte Runde im Tal. Entscheidend ist nicht die Fitness, sondern das Bedürfnis, in die Natur zu wollen. Man muss bereit sein, sich darauf einzulassen, dass es auch mal regnet, und für die Belohnung danach gibt es im Hotel hervorragendes Essen und Wellness-Erlebnisse wie eine Sauna und ein Dampfbad.
Hardy Wir bieten auch Einzelreflexionen an, sogenannte Solo Walks, bei denen die Teilnehmer allein in der Natur unterwegs sind, um sich selbst zu spüren. Zudem wandern wir als Gruppe gemeinsam zwei bis drei Stunden pro Tag. Dabei löst sich sehr viel, denn wenn ich mich bewege, arbeitet mein Geist anders.
Ist das wissenschaftlich erforscht oder ist das eine Beobachtung aus Eurer Praxis?
Hardy Es gibt eine Fülle von neurowissenschaftlichen Studien, die das exakt belegen. In der Bewegung nimmt der Körper mehr Sauerstoff auf, auch psychologisch passiert etwas Spannendes: Wenn wir gehen, blicken wir physisch nach vorne, in die Ferne. Allein dieser visuelle Aspekt hat eine enorme Auswirkung auf unser Denken. Wenn ich in die Weite blicke, bekomme ich einen anderen Zugang zu mentalen Perspektiven. Als Coach muss ich dem Klienten dann oft gar nicht mehr die Frage stellen: „Wie soll es in Ihrer Zukunft weitergehen?“ Der Gehende befindet sich durch seine Körperhaltung bereits mitten in der Zukunftsperspektive.
Lorenz Genau das spiegelt der Titel unseres Retreats wider: Von oben sehen wir weiter. Wenn man auf einem Berg steht, blickt man in die Weite, und das Denken folgt den Handlungen des Körpers.

Gibt es einen festen Stundenplan oder reagiert Ihr auf die Gruppendynamik?
Lorenz: Die grobe Struktur des Retreats ist gegeben: Der Austausch in der Gruppe wird sich abwechseln mit Zeiten, in denen jeder für sich sein kann. Uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden in einem vertrauensvollen, offenen Rahmen zueinander finden, empathisch miteinander umgehen, sich gegenseitig anregen, aber auch spiegeln. Beides wird neue Entwicklungen anstoßen, die wir dann in Einzelgesprächen vertiefen. Diese Einzelcoachings sind nicht nur dazu da, um Inhalte aus den Gruppensitzungen aufzugreifen, sondern hier können die Teilnehmer auch Themen anbringen, die sie vielleicht nicht mit anderen erörtern möchten oder für die eine Gruppe nicht der ideale Rahmen wäre.
Hardy Wichtig ist aber nicht nur, was auf dem Retreat geschieht, sondern auch, was danach passiert. Die eigentliche Entwicklung der Teilnehmenden fängt in diesen vier Tagen erst an und sie kann sich über Monate und Jahre fortsetzen. Darum werden wir auf jeden Fall ein Follow-up anbieten. Die Männer werden mit einem neuen Bewusstsein für ihre Themen abreisen, aber wir wissen ja alle, wie es läuft: Routinen und Termindruck warten schon auf uns, wenn wir wieder zu Hause sind. Nach drei Monaten kann das, was dort oben wesentlich war, im Alltagstrubel wieder verpufft sein. Um das zu verhindern, erarbeiten wir in den Einzelgesprächen ein persönliches Commitment, eine Selbstverpflichtung des Teilnehmers: Was sind meine konkreten nächsten Schritte? Welchen Zeitrahmen stecke ich mir? Und um das zu überprüfen, holen wir die Gruppe nach acht bis zehn Wochen für ein Follow-up wieder zusammen. Es braucht jemanden, der nachfragt: Welche deiner Vorsätze bist du wirklich angegangen?
Welchen Mehrwert bekommt eine Organisation, die dieses Retreat für einen Mitarbeiter bucht?
Lorenz Die Vorstände und CEOs werden nach der Rückkehr der Führungskraft ganz deutlich spüren, dass dieses Investment direkt in die Organisation zurückfließt. Die Männer haben wieder viel Energie und richtig Lust, ihre Teams zu führen.
Hardy Wichtig für Führungskräfte ab 50 ist die Planung der Nachfolge. Ein typisches Szenario: Der Mitarbeiter hat zwanzig Jahre lang auf oberster Managementebene hervorragend geführt. Jetzt ist er müde, macht aber trotzdem weiter, weil er Angst vor dem Ausstieg hat und überhaupt nicht weiß, wer er ohne seine Visitenkarte eigentlich sein soll. Für das Unternehmen ist das gefährlich: Diese Führungskraft bringt keine neuen Impulse mehr, sie blockiert Karrierewege für Jüngere und rutscht im schlimmsten Fall ins Burnout.
Lorenz Wenn so ein Mann zu uns kommt, bieten wir ihm einen geschützten Raum, um diesen Übergang vorzubereiten. Wir helfen ihm, seine Erfahrung auf einer neuen Ebene einzubringen – sei es als interner Mentor oder als Begleiter für seine Nachfolge. Es hat für jede Firma einen großen Wert, wenn dieser Wissenstransfer produktiv verläuft, statt im Konflikt zu enden.
Wenn du Fragen hast oder das Retreat buchen möchtest, schreib einfach eine Mail an
Hardy Lech ([email protected]) oder an
Lorenz Ruckstuhl ([email protected])
Wir melden uns schnell bei dir zurück.
Hardy Lech Coach, Mediator und Supervisor
Hardy ist als Coach für Führungskräfte durch die International Organization for Business Coaching (IOBC) zertifiziert. Seit mehr als 35 Jahren begleitet er die Entwicklung von Menschen in Organisationen. Er kennt die Herausforderungen, denen Männer in Führungspositionen sich täglich stellen. Empathisch lädt er seinen Gesprächspartner ein, Gefühl und Intellekt in die Entwicklung einzubinden.
Auf die Tage in den Bergen freut Hardy sich besonders: Als leidenschaftlicher Bergläufer mit tiefer Verbindung zur Natur weiß er, wieviel Energie es in uns freisetzen kann, wenn wir uns draußen bewegen.
+49-178 842 70 80, [email protected], fuehrung-konkret.de
Lorenz Ruckstuhl Fachpsychologe und Experte
für Burnout-Syndrome
In seiner Arbeit als Seminarleiter, Dozent und Coach für Führungskräfte verbindet er psychologisches Know-how und ein Gespür für Präsenz mit Natur und Achtsamkeit. Seit 25 Jahren begleitet er Menschen und Teams, die hohen beruflichen Belastungen standhalten oder sich Sinnfragen ihres persönlichen und beruflichen Lebens neu stellen.
Er ist Berggänger und Tourenleiter und führt Menschen gerne durch wilde Gegenden zu wundervollen Plätzen.
+41-78-746 73 65, [email protected], lorenz-ruckstuhl.ch
Kontakt:
Aus der Stille wachsen.
lorenz ruckstuhl
fachpsychologe fsp - sgvt
Swiss Network on Burnout SEB
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